Natur pur!

Die Usedomer Bernsteinbäder – natürlich gut!

Das sind die Seebäder Zempin, Koserow, Lodddin und Ückeritz in der Mitte der Insel Usedom. Nur ein schmaler Streifen trennt hier das tiefblaue Achterwasser von der glitzernden Ostsee. Umso erstaunlicher, welch faszinierende Vielfalt und atemberaubende Schönheit dieser Landenge innewohnt.

Neben den beiden großen Gewässern gibt es hier jedoch auch zwei weitere kleinere Seen.
Der Wockninsee in Ückeritz mit seinem angrenzenden Naturschutzgebiet weist eine Fläche von etwa 50 Hektar auf.  Der ehemalige Strandsee liegt in einer alten Sturmflutrinne zwischen der Ostsee und dem Achterwasser. Als nicht verunreinigtes Gewässer beherbergt der See sowie der ihn umgebende Verlandungssaum seltene Pflanzengemeinschaften. Schneideried, Sonnentau und Wasserschlauch sind hier als seltene Schönheiten zu bewundern. Im augenblicklichen Verlandungsstadium wird der See von sogenannten “schwimmenden Sumpfgürteln” umgeben und geteilt. Eine Aussichtskanzel bietet einen Blick über einen Teil des Sees. In diesem Bereich kann man zudem urwüchsige 400- bis 500jährige Eichen bestaunen.

Mit seiner Größe von ca. 28 Hektar und maximalen Tiefe von 10 m bietet der Kölpinsee in Loddin/ Kölpinsee einen idealen Lebensraum für viele Wasservögel, die dort zu sichten sind. Den Namen verdankt dieses Biotop den Schwänen, die wohl schon zu alten Zeiten den Reiz dieses Gewässers entdeckt haben. (Kölpinsee, aus dem Slawischen von Colpa= Schwan). Wer die Natur in vollen Zügen genießen möchte, kann sich zwischen Juni und September ein Ruder- oder Tretboot mieten und bei Bedarf einen Angelschein am Bootsverleih oder der Kurverwaltung erwerben.

Am Seeufer des Kölpinsees befindet sich u.a. ein in unserer Zeit selten gewordenes Biotop: Die Orchideenwiesen. Namensgebend sind dabei, die an diesem Standort zu findenden stark gefährdeten Orchideen, das Breitblättrige Knabenkraut und das Sumpf-Knabenkraut. Aber auch andere in Mecklenburg-Vorpommern nur noch selten vorkommende Pflanzenarten, wie die Kuckucks Lichtnelke und das Gewöhnliche Ruchgras sind hier zu entdecken.

Wer einen atemberaubenden Blick über das Achterwasser bis hin zum vorpommerschen Festland genießen möchte, sollte einen Ausflug zum Loddiner Höft unternehmen. Dies ist eine hügelige Landzunge, die weit in das Achterwasser hineinreicht.

Am Fuße des Loddiner Höftes befindet sich der Nördlichste Weinberg Deutschlands mit 99 Reben. Der mit Muschelresten durchsetzte Sandboden und die Südhanglage des Weinberges bieten ideale Bedingungen für das Wachstum des Loddiner Weines.

Geschützte Orchideenwiesen sind ebenso am Achterwasser in Zempin zu finden.
Auf dem Orts- und Naturlehrpfad in Zempin, der von ansässigen Malern, Schriftstellern und Fotografen liebevoll gestaltet wurde, finden Sie zahlreiche Informationen zu den Themen Natur, Geschichte und Geschichten. Erfahren Sie mehr über Flora und Fauna des Seebades bei einem ausgiebigen Spaziergang.

Buchen- und Kiefernwälder mit dem unvergleichlichen Aroma von Wacholder, Waldmeister und wilden Brombeeren. Weite, üppige Wiesenlandschaften, die den salzigen, milden Duft des Meeres in sich tragen, laden zu ausgedehnten Spaziergängen und Wanderungen ein.

Neue Waldgebiete sind in den letzten Jahren in Koserow entstanden: In den zwei Klimawäldern mit einer Gesamtfläche von mittlerweile 3,18 ha stehen Eichen und Kiefern. Eine Waldaktie für den Klimawald kann im Forstamt Neu-Pudagla erworben werden und kompensiert damit den CO2 Ausstoß eines 14-tägigen Ostsee-Urlaubes.

Einen Blick über die Ostsee kann man in Koserow auf dem Streckelsberg erhaschen. Dieser 58 Meter hohe Gipfel ermöglicht allen Interessierten den Aufstieg ohne Ausrüstung. Bei klarer Sicht sind im Westen das Hügelland von Mönchgut auf Rügen und sogar die Kreidefelsen der Stubbenkammer zu sehen. Etwas nördlicher zieht abends das Blinklicht vom Leuchtturm der Insel Oie die Blicke auf sich. Südöstlich ist das Steilufer der Nachbarinsel Wollin zu erkennen. Rund um den Streckelsberg zieht der 170- jährige Buchenbestand alle Blicke auf sich. Leberblümchenteppiche oder einige Orchideenarten sind seltene Pflanzen, die hier vor Ort gefunden werden können.

Sonnenverwöhnte Strandabschnitte, die sich sanft oder zu steiler Größe aufgetürmt, an das saubere, klare Wasser der Ostsee schmiegen. Unzählige verwunschene Wege und Pfade, die sich als pittoreske, kleine Oasen der Ruhe und Abgeschiedenheit durch das Hinterland schlängeln. Unvergessliche Ausblicke und Einblicke, die den Besuchern neue Kraft und Momente puren Glücks schenken.

Wer dem hektischen, lauten Trubel der Moderne für einige Zeit entfliehen möchte, findet in der Natur der Bernsteinbäder die sagenhafte Idylle, die andernorts nur noch auf Postkarten existiert.

Erkunden Sie gemeinsam die Flora und Fauna der Usedomer Bernsteinbäder bei einer unserer geführten Försterwanderungen oder Radtouren mit den Rangern des Naturparkes.  Alle Termine dazu finden Sie hier.